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Bonjour Strasbourg – Ein Wochenende im Elsass

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Strasbourg Blog Elsass Straßburg Reise unephotodecelineEs gibt Reiseziele, bei denen man in unbekannte Welten aufbricht. Man freut sich auf den frischen Wind im Kopf und reißt bei allen Sinnen die Fenster weit auf.

Und dann gibt es Reiseziele, bei denen man ein wohliges Gefühl bekommt, wenn man an sie denkt. Weil man schon einmal dort war. Nicht gerade gestern und auch nicht unbedingt vorgestern. Aber man weiß in etwa worauf man sich einlässt. Kein Verlassen der Komfort-Zone. Ganz und gar nicht. Eher ein gekonntes Hakenschlagen in besagter Komfort-Zone, weil man schon weiß, wo auf der Welt man was für sich findet.

Straßburg ist nicht gerade mein zweites Zuhause, aber eine so gut wie sichere Bank. Eine, in der ich mich bisher jedes Mal sehr wohl gefühlt habe. Trotz der dann doch immer wieder überraschend vielen Touristen. Ich schätze mal, dass auch alle anderen Besucher davon überrascht sind, dass sie nicht die einzigen ihrer Art sind. Es könnte also eine Stadt sein mit immer wieder überraschten Gästen. Als würden die Gassen einem in seinem Touristensein einen Spiegel vorhalten. Und trotzdem fühle ich mich jedes Mal wohl in Straßburg – in den beliebten Gassen mit einem Augenzwinkern in die Spiegel vorhaltenden Hausfassaden oder ganz entspannt im Rest der Stadt. Oder jenseits der unsichtbaren Stadtmauern: Wenn der Kurztrip es zeitlich erlaubt, macht eine Landpartie nach (Achtung, wieder ein Mörder-Insider-Tipp) Colmar und Riquewihr auch Freude – etwa eine dreiviertel Stunde südlich mit dem Auto. Deshalb zuerst nach:

Riquewihr und Colmar

Beide Orte haben etwas von der Rüdesheimer Drosselgasse. Das ist für Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet das Sinnbild der Sehenswürdigkeit ausländischer Gäste, die Einheimische meist meiden. Aber solche Drosselgassen kann man ganz entspannt genießen, wenn man dort eben nicht einheimisch ist. Und noch besser, wenn es dort Wein gibt. Und siehe da – noch eine Gemeinsamkeit mit Rüdesheim: Riquewihr ist voller Weingüter und Gaststätten, die den Wein der benachbarten Weingüter ausschenken (La Terrasse ist z.B. wie der Name schon sagt, eine Anlaufstelle um das auszuprobieren – der Grauburgunder ist fantastisch!).

Strasbourg

Und dann doch wieder Straßburg.

Weil es Frankreich ist. Ganz um die Ecke. Das allein reicht schon als Grund.

Und dann gibt es noch so viele andere.  Ganz oben steht das Essen. Ja, ich gebe zu, bei der Auswahl an Reise- und Ausflugszielen spielt das Essen immer eine nicht unerhebliche Rolle. Alle Menschen mit gesundem Appetit bitte also gerne hier entlang, zu der etwas Appetit-lastigen Liste an Célines Lieblingsplätzen:

Die Pâtisserie Naegel von der Kathedrale um die Ecke ist ein Erlebnis. Diese Auswahl! Die rege Betriebsamkeit, die im Innern des Ladens herrscht! Und der Geschmack! Ich würde raten jeden Tag hinzugehen. Um zu probieren, zu probieren und schließlich am vorletzten Tag alles Beste für die Abreise und daheim vorzubestellen. Éclairs gibt es in Größen für 1 bis 10 Personen. Meine Favoriten: Das Plaisir sucré (dieses Geräusch, das Zähne beim Knacken hauchdünner Schokoladenschichten machen, ich könnte es mir den ganzen Tag anhören), der éclair chocolat und das petit pain corse (mit Feigen und Haselnüssen).

Das ganz neu (wieder-)eröffnete russische Restaurant Le Transsibérien in der Ruelle de la Bruche (bei Google & Co. zur Zeit noch geschlossen und an falscher Adresse gelistet).

Die Place d´Austerlitz zum gemütlichen Ausgehen.

Zum Essengehen im touristischen Teil der Stadt sei gesagt: Unbedingt einen Tisch reservieren! Sonst müsst Ihr wie wir nach dem 10. vollen Lokal beschließen, dass es beim Apéro auf der dafür allerdings sehr schönen Place du Marché Gayot bleibt. Wir wären gerne in die Binchstub zum tarte flambée-Essen und zu Chez Yvonne gegangen. Nun ja, mal soll sich ja immer etwas für das nächste Mal aufheben.

Zum Einkaufen hat mir besonders gut La Droguerie mit seinen alten riesigen Schränken mit Holzschubladen voller Schätze an Kurzwaren, Knöpfen, Bändern und sonstigem Chichi gefallen. Und natürlich mal wieder Nature&Découvertes um ein Geschenk zu finden. Und Les Choses um dort vielleicht mal irgendwann einen Goldschmiedekurs zu machen.

Und schließlich gab es auch in Straßburg wieder eine Free Walking Tour. Wir haben uns für die in der Petite France entschieden und wurden von Gabriel geführt. Auch wenn die Tour leider nur eine Stunde gedauert hat, war es informativ und unterhaltsam zugleich. Gabriel hat zum Beispiel erklärt, woher die Petite France ihren Namen hat: Auch wenn es für das Stadtmarketing wunderbar romantisch und schön attraktiv klingt, kommt der Name historisch ganz anders und unromantisch von sexuell übertragbaren Krankheiten in armen Vierteln und der dem Mensch wohl ganz natürlichen Eigenschaft alles Schlechte dem Nachbarn in die Schuhe zu schieben (damals der Franzose im deutschen Straßburg, daher auch die „french disease“). Es bleibt trotz oder gar wegen der Geschichte ein hübsches Viertel mit einem kleinen Schaudern in den dunklen Ecken. Falls jemand wissen möchte, wo der Weg entlang führt um vielleicht vorher am Tag die anderen Stadtteile auf eigene Faust zu erkunden, hier eine Karte:

Und bevor es zum Schluss einige Bilder aus den Straßen von Straßburg gibt:

Hast Du Lieblingsorte in Straßburg? Vielleicht einen Tipp? Ich würde mich freuen davon zu hören, denn bestimmt war es nicht der letzte Besuch.

P.S. Silke, was habe ich geschmunzelt, als es bei der Stadtführung um Deinen „ersten Vornamen“ ging. Ihr habt gefehlt 😉 Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgheboben!