Der Watzmann ruft!

Es gibt diese innere Stimme.
Sie hat ihren Ursprung in einer Kleinigkeit, die uns irgendwann widerfährt. Das könnte eine Erzählung eines anderen sein oder auch ein Bild in einer Zeitschrift am Bahnhof. Wir haben ständig solche Sinneseindrücke. Autisten haben häufig Schwierigkeiten diese – für unser Überleben  – weniger bedeutsamen Erlebnisse als solche einzustufen. Wir hingegen können das sehr gut und stehen deshalb gerne einmal in der Buchhandlung am Bahnhof herum ohne davon irgendetwas mit in den weiteren Tag zu nehmen. Manchmal bleiben diese Eindrücke aber eben auch bei Nicht-Autisten hängen. Sie berühren uns – ja wo eigentlich? Es ist diese kleine Stelle im Herzen namens Sehnsucht. Meistens hören wir sie im Alltagstrubel gar nicht. Aber wenn es leiser wird, in uns und auch um uns herum, dann kann man sie hören. Sie wärmt uns an ihrem Feuerchen und lässt die kühlen Füße wieder kribbeln. Der Verstand hat dabei nicht allzu viel zu melden und sitzt schmollend in seiner Studierstube – weit weg von dem wohligen Lagerfeuer der Sehnsucht.
Am Feuer muss auch die Idee vom Watzmann bei mir gelandet sein, und während sie ein Stockbrot nach dem anderen ins Feuer hielt, war sie stolz darauf eine spinnerte Idee mit Stimmkraft zu sein. Die Stockbrote haben Wirkung gezeigt. Ich muss zum Watzmann.