Café Test Ulm Blog Serie coffee

Die Kaffeehäusle Ulms. Eine ganz und gar unwissenschaftliche Testreihe #coffeehäuslelover Einführung

…oder wie ich zu einer selbsternannten Café-Testerin wurde.

Wenn Auswärtige in die Stadt kommen, in der man wohnt, wird man ja häufiger mal nach Empfehlungen gefragt. Besonders schwierig immer die nach einem Hotel. Per Definition ist der Einheimische derjenige, der sich am wenigsten damit auskennt. Aussichtsreicher (in Klammern finden sich jeweils meine Ulmer Favoriten) sind definitiv die Fragen nach netten Restaurants (Neue Welt), Bars (Blaupause), dem nächsten Bankautomaten (immer zu weit weg) oder Aktivitäten (Nabada, Stadtführung mit Gabi Fischer oder Käseseminar im Käshäusle). Die Frage, die mich vor Jahren allerdings immer hat ratlos werden lassen, war die nach einer Empfehlung für ein Café. Ich pendelte am Wochenende weg aus Ulm und arbeitete bis spät unter der Woche. So kam ich einfach nie in Cafés und kannte sie nur von außen.

Jemand mit Kind sagte mal „es ist alles nur eine Phase“. Und meinte damit den Trost für sich selbst, wenn das Kind mal anstrengend ist. Dabei ist der Spruch auch für uns Erwachsene wahr. Und so wurde aus meiner Café-losen Doktoranden-Phase eine Elternzeit. Und die ist ja wirklich eine so ganz andere Phase. Darüber werde ich sicherlich noch einmal an anderer Stelle sinnieren. Heute aber zu profaneren Symptomen dieser Elternzeit. Sie bringt mit sich, dass ich bei Tageslicht durch die Gassen der Stadt schlendere. Wenn möglich nicht nur in Begleitung meines wundervollen Sohns sondern auch anderer Erwachsener. Wenn das mal nicht möglich ist, ist es aber gar nicht schlimm. Ich bin ja Einzelkind und kann mich gut beschäftigen. Und so komme ich zu einer ganz neuen Erfahrung, nämlich der mich mit meinem Sohn (also aus Erwachsenen-Sicht „allein“) in ein Café zu setzen. Und ganz im Gegensatz zu solchen Aktivitäten wie Ins-Kino- oder Clubben-Gehen, bei denen es aus meiner Sicht einer größeren Überwindung bedarf das ohne Begleitung zu tun, liebe ich es! Es ist ein herrlicher Luxus, den man als sonst (sehr gerne) vollzeitarbeitender Mensch gar nicht genug schätzen kann. Ihr vollzeitarbeitenden Menschen dieser Welt (ob gerne oder nicht) lasst Euch gesagt sein, diese Cafés haben tatsächlich geöffnet, sind gut besucht und die Stadt ist tagsüber wirklich eine andere. In folgenden Posts also eine Serie mit meinen Beobachtungen aus dieser ganz eigenen „es ist nur eine Phase“-Phase meines Lebens.