Ein Bild Ein Tag 20140124 – Glückskekse

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Ein Glückskeks ist wie eine Mischung aus einem Rubbellos und einem Horoskop. Man weiß vorher schon, dass es keinen Sinn macht, macht dann trotzdem mit und freut sich ein Loch in den Bauch, wenn der Ratschlag gerade zu einem passt. Nachdem die Botschaften wie ein Horoskop fast immer irgendwie passen, freut man sich also unweigerlich.
Ihren Ursprung haben die Kekse wohl bei Japanern in San Franscisco.  Wer hätte das gedacht? Hat der Urvater der Glückskekse vielleicht seinen Job als Schreiber von Horoskoptexten verloren und wollte ihn mit seinem eigentlich Lehrberuf als Bäcker verbinden? War es eine Art der subversiven Kommunikation in der japanischen Subkultur in  den Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert? Oder eine Interpretation der schwäbischen Herrgottsbescheißerle (was von Teig umhüllt ist, zählt in der Fastenzeit nicht) um abergläubische Brauchtümer in einer christlich geprägten Kultur beizubehalten? Ich weiß es nicht. Aber offensichtlich ist der Erfinder einem spontanen und ungewöhnlichen Einfall gefolgt. Und hatte vielleicht an diesem denkwürdigen Tag also nur den Text meines Glückskekses in seinem Horoskop.