Ein Bild Ein Tag 20140126 – Mainz

m wie Melike.
Neun „m“s hat die Freundin der lieben Melike in eine Lampe verwandelt und sie ihr geschenkt. Jetzt hängt sie bei ihr an der Wohnzimmerwand. Die vielen „m“s könnten für die Vielzahl an Identitäten stehen, die jeder Mensch in sich trägt. Mal ist es eine klassische, mal eine professionelle, mal eine mädchenhafte, eine verrückte, dann wieder eine nostalgische Seite, die man gerade mehr von sich zeigt. Je nach Laune und Umgebung. Immer steckt darin Energie und Leben, und deshalb gefällt mir diese Lampe unheimlich gut. Mal abgesehen davon, dass selbstgemachte Geschenke immer etwas ganz Besonderes sind.
Vielleicht hängt diese Lampe aber auch mit der Stadt zusammen, in der wir uns befinden:
m wie Mainz.
Mainz ist die Heimat des Buchdrucks und man hat den Eindruck, dass Menschen hier eine besondere Beziehung zu Buchstaben haben. Bereits als Mainzer Schüler besucht man die Buchdruckerei und darf etwas für seine Mutter oder Freundin drucken wie Johannes Gensfleisch a.k.a. Gutenberg es damals zu tun pflegte. Es macht so ein schönes satt schmatzendes Geräusch, wenn die Druckerfarbe von den beweglichen Lettern auf das Papier übertrage wird. Jeden Samstag stehen außerdem Mainzer auf ihrem Marktfrühstück und trinken einen Schoppen um überdimensional große Buchlettern herum. Es gibt hier auch immer wieder Ausstellungen zum Bereich der Typographie: Call for Type, On Type. waren zwei von ihnen. Und dann hängen diese zwei Kunstwerke in der Wohnung einer Mainzerin. Beide stark geprägt von ihren Buchstaben.
Gutenberg schenkte den Buchstaben die Freiheit als einzelne Lettern zu existieren und so konnten sie in ihrer begrenzten Anzahl unendliche Wunder vollbringen.
Und wie man an Melikes Zuhause sieht, kommen dabei wirklich wundervolle Dinge heraus.