Ein Bild Ein Tag 20140221 – Innsbruck I

Eine andere Stadt zu besuchen bietet zum Einen die Möglichkeit Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Zum Anderen aber auch sich in ein Café zu setzen und die Bewohner der Stadt zu beobachten. In der eigenen Stadt macht man das ja eher selten oder ist eben mehr in die Koffeinaufnahme oder das Gespräch vertieft als in die Umgebung des Ganzen. In der Fremde wird man aber zum stillen Beobachter, und nimmt sich zurück um die Menschen um sich herum wahrnehmen zu können. Wie sind sie hier, die Seelen von Innsbruck?
Während man den Blick schweifen lässt, bis er an einem Detail hängen bleibt, macht man sich auf die Suche nach Unterschieden zwischen ihnen und einem selbst und dem, was man kennt. Wir fangen an uns unserer selbst bewusster zu werden: dessen, was wir sind, was wir mögen und auch was wir nicht mögen. Alles ist ja relativ. Kann man annehmen, dass wir uns in der Heimatstadt einander anpassen und der Vergleich mit den Mitmenschen dadurch weniger spannend wird? Oder lassen wir uns in der Fremde einfach nur gerne unterhalten von Ungewohntem.
Es ist ein bisschen wie ein Besuch in einem edlen Theater. Man nimmt sich Zeit, ist eigentlich beschäftigt und betrachtet doch interessiert links und rechts seine Mitmenschen. Der Kopf ist auf Empfang geschaltet und fühlt sich sehr wohl dabei. Am Ende des Abends kann man mit gefülltem Kopf und Herz die schicken Schuhe ausziehen und sich sehr, sehr wohl fühlen – in den altbekannten und bequemen Hauspantoffeln, die man nun umso mehr zu schätzen weiß.